Frauen mit Power
Patience Molle Lobe aus Kamerun und Dr. med. Reginamaria Eder aus Deutschland
Hier ein kleiner Überblick über unsere Arbeit: https://frauenstaerkenafrika.org/spenden/#fakten
Im Vorstand wurden sie die ersten Jahre unterstützt durch Dr. Daniel Ekoule, dem wir sehr dankbar verbunden bleiben. Seine Nachfolgerin ist Annick Barroux, eine Kamerunerin, die mit ihrer Familie in Straßburg lebt und dort als Krankenschwester im Kinderkrankenhaus arbeitet.

Die Initialzündung für die Stiftung war eine Begegnung 1998 zwischen Patience und einem 12-jährigen Mädchen, welches sich aus Überlebensnot prostituierte. Patience nimmt das Mädchen bei sich auf und teilt ihre erschreckende Geschichte mit Frauen aus dem Centretto, einem Kreis christlich engagierter Frauen aus Kamerun– darunter auch ich, Reginamaria, als einzige Weiße. Jede/r brachte sich ein: als Lehrer/in, Sozialarbeiterin, in der Hauswirtschaft, aber auch darin Mädchen in Not für unser Projekt zu gewinnen, und ich durch mein Engagement in meiner Heimat, um das Projekt finanziell zu unterstützen. Daraus entwickelte sich die Gründung unserer Sozialzentren HUPJEFI (halte utile pour jeunes filles) und der Fachschule DORIANA und ein langer Weg mit vielen Veränderungen und Wandlungen in 25 Jahren begann.
Das Wort Jesu im Evangelium: „Gebt ihr ihnen zu essen“ (Mk 6,37) gab uns den entscheidenden Push im November 1998, diese Wunde der Gesellschaft anzusehen und zu behandeln: Vernachlässigten, oft würdelosen Mädchen der Gesellschaft ein Gesicht und eine Chance zu geben, ihr Leben aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.
Seit 25 Jahren lebt unser Projekt, der Kreis der Mitarbeiter in Kamerun und in Deutschland ist gewachsen, hat sich verändert und steht immer wieder vor neuen Herausforderungen. Voll Dankbarkeit schauen wir auf die inzwischen vier Projekte, die uns bereits über 25 Jahre und die Herzen aller Mitarbeiter in der Freude an der großen Aufgabe verbinden.
Patience Molle Lobe ist Bauingenieurin, i. Rente und hatte jahrelang als erste Frau im Land die führende Position eines Délegué régional (Landrätin) für den staatlichen Hoch- und Tiefbau inne, und zwar in der wichtigsten Industrie- und Hafenregion in der Region um die Millionenstadt Douala.
Sie konnte selbst keine Kinder haben, und setzt sich mit Leidenschaft dafür ein, dass Mädchen sich entwickeln können, speziell vom Rande der Gesellschaft.
„Das gab den Auslöser, dass ich einige andere Mädchen in meinem Haus aufnahm.“
Dr. med. Reginamaria Eder arbeitet seit 1987 als Ärztin in Afrika. Von 1986 bis 1988 im anglophonen Teil (heute Bürgerkriegszone) im Buschkrankenhaus von Fontem. Von 1988-1991 machte sie den Facharzt für Public Health (Gesundheitsdienste aufbauen, wo sie nur rudimentär vorhanden sind). Sie übernahm von 1991-1998 im Auftrag der Bischofskonferenzen die Koordination der katholischen Gesundheitseinrichtungen aller Diözesen in Kamerun und von 2000 bis 2009 in der Zentralafrikanischen Republik. Heute lebt sie in Kamerun und ist noch in der Fortbildung von Traumatherapeuten tätig.
Unser Einsatzgebiet: Kamerun, Douala
Kamerun ist ein Entwicklungsland in Zentralafrika. 41% der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. Die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen liegt bei über 60%. In der 3,5 Millionenstadt Douala leben etwa 150 000 bis 200 000 Mädchen, die Hilfe benötigen. Viele sind von der Familie verstoßen, vergewaltigt oder zur Überlebensprostitution gezwungen.
Hier kommen unsere Sozialzentren HUPJEFI („Halte Utile Pour JEunes FIles“ – „nützlicher Halt für junge Mädchen“) ins Spiel. Das Kameruner Sozialministerium erkennt die Sozialzentren als Institutionen an und wertschätzt sie.
In unseren Sozialzentren finden junge Frauen und Mädchen in Not eine Bleibe, erhalten eine warme Mahlzeit und haben die Chance, gesehen und gehört zu werden, ihre Talente zu entdecken und zu entwickeln. Mindestens zwei Jahre lang werden junge Frauen zwischen 12 und 20 Jahren intensiv gefördert in Alphabetisierung, Nähen, Kochen, Informatik und Selbstständigkeit.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, an eine Schule zu wechseln (Schulgelder) oder eine Berufsausbildung zu beginnen (in der eigenen Berufsschule Doriana).
Wir sind bei der Vermittlung behilflich und bieten weitere 1 bis 5 Jahre eine regelmäßige Begleitung, um sie in ihrer Selbständigkeit zu stabilisieren. Viele junge Frauen haben unsere Sozialzentren besucht und mehr als 840 Frauen konnten sich dank unserer Förderung ihre eigene Existenz aufbauen.

